Der Bebersteg und die Grube

Der Flurname „Beversteg“ geht zurück auf den Biber (Bever), der einst in diesem Tal lebte. Biber sorgten für die Auflichtung der Bruch- und Auenwälder. Sie zernagten Äste und Bäume und bauten mit ihnen quer durch den Wasserlauf einen Damm. Möglicherweise überquerten vormals Menschen über einen solchen Biberdamm trockenen Fußes den Bollerbach. Später wurde der Name „Beversteg“ auf das benachbarte Flurstück ausgedehnt, das zur Gemarkung Höxter gehört. Das oberhalb gelegene Flurstück wurde als „Beversterl“ (Biberschwanz) bezeichnet.

Im 16. Jahrhundert wird eine Furt erwähnt, die zur Straßenverbindung zwischen Lütmarsen und Höxter gebraucht wurde. Eine Brücke ist erstmals auf einer preußischen Karte von 1838 eingezeichnet. Wohl bereits im 9. Jahrhundert haben Corveyer von hier aus in östlicher Richtung am Fuße des Bielenberges entlang einen Wassergraben anlegen lassen, die „Grube“ (von Graben). Er wurde von einem Damm, später als „Beverstegdamm“ bezeichnet, begleitet. Da der Graben auch als Mühlengraben genutzt wurde, benötigte er ein Streichwehr, um die Mühlräder bei Hochwasser zu entlasten. Der abzweigende Wasserlauf wird als Bollerbach – vom lautmalerischen „bollern“ – bezeichnet, abgeleitet.

Im Jahre 2005 wurde das Trennbauwerk für die Mindestwassermenge des Bollerbachs  und Hochwasserbegrenzung für den Grubebach durch ein Streichwehr mit zwei regelbaren Spindeln erneuert.

 

Die Grube ist ein 18,1 km langer, orografisch linker bzw. nordwestlicher Nebenfluss der Weser im Kreis Höxter. Das Quellgebiet des Bachs Grube liegt nordöstlich der Ortschaft Hohehaus, einem Ortsteil von Marienmünster. Die Grube fließt durch Hohehaus zwischen Eilversen und Bremerberg, anschließend fließt sie durch Ovenhausen und Lütmarsen nach Höxter und von dort nach dem Unterqueren eines gemeinsamen Abschnitts der Bundesstraßen 64 / 83 in die Weser.

Die Grube wurde von den Mönchen des Klosters Corvey zum Teil künstlich kanalisiert und führt an den drei Mühlen in Höxter, der Mönchemühle, der Obermühle und der Untermühle vorbei.

Das frühmittelalterliche Fließwasser System der Stadt Höxter und die Wasserversorgung für das etwa 5 km entfernte Kloster Corvey wurden gemeinsam bis in das 15. Jahrhundert hinein von Bollerbach und Grubebach gespeist. Im Stadtgebiet von Höxter verzweigte  der Bachlauf vielfach, so dass die meisten Straßenzüge mit offenen Wasserläufen zur Versorgung und Entsorgung vorgesehen waren.

  

Weiterhin diente das Wasser der Grube als Antriebskraft von bis zu 16 Mühlrädern (um 1800). Seit dem 14. Jahrhundert sind Streitigkeiten zwischen der Stadt Höxter und der Reichsabtei überliefert, da das Wasser der „Grube“ nicht mehr den Bedarf deckte. Man löste den Konflikt schließlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts, indem man die Schelpe südlich des Räuschenberges zum Kloster hin umleitete, während das Wasser der „Grube“ der Stadt verblieb.

Die Weser:

Die Weser ist ein Strom und in ganzer Länge Bundeswasserstraße, sie entsteht in Hann. Münden wo Werra und Fulda sich vereinigen und fließt durch Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, teilweise auch als Grenzfluss zwischen diesen Bundesländern wie im Weserbergland.

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Hann. Münden, den 31. Juli 1899 (
Inschrift Weserstein)

Auszüge aus dem Text eines Schildes bei Lütmarsen (Autor unbekannt). Weitere Informationen zur Grube und zur Weser Thomas Drüke

Bilder: Thomas Drüke

Bearbeitung Bilder und Texte: Thomas Drüke